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Kunsthaus Graz: Anke Eckardts Klanginstallation bei freiem Eintritt

Eine Welt aus Stimmen, rätselhaften Wesen und unterschiedlichen Lebensformen zieht im Oktober in das Kunsthaus Graz ein. Anke Eckardts Installation „Moreth Anhuman H1N4“ ist von 8. bis 11. Oktober 2026 bei freiem Eintritt zu erleben. Die Präsentation im Rahmen des ORF musikprotokolls ist zugleich die Antrittsvorlesung der KUG-Professorin für Bildende Kunst.

von Joachim Bacher
Porträt der Künstlerin und KUG-Professorin Anke Eckardt

Vier Tage Klangkunst im Space04

Die Installation im Space04 ist an allen vier Tagen jeweils von 10:00 bis 18:00 Uhr zugänglich. Die Eröffnung findet am Donnerstag, 8. Oktober 2026, um 18:00 Uhr statt; auch dafür ist der Eintritt frei. Damit gibt es sowohl tagsüber Gelegenheit zur Besichtigung als auch einen eigenen Auftakt am Abend.

Eckardt verbindet in ihrer Arbeit Klang mit räumlicher Gestaltung und unterschiedlichen Materialien. Im Mittelpunkt steht eine erfundene Welt, in der organische, technologische und hybride Lebensformen nebeneinander bestehen. Die Installation eröffnet damit einen künstlerischen Blick auf Kommunikation und auf eine Zukunft, in der der Mensch nicht mehr selbstverständlich im Zentrum steht.

Drei Wesen und ein Raum voller Stimmen

Drei amorphe Wesen und ein vielschichtiges Stimmengewirr prägen die Arbeit. Ihre zunächst farbigen, vielfältigen Häute verlieren im Verlauf der künstlerischen Erzählung an Farbe, während die Artenvielfalt schwindet. Gleichzeitig verändert sich die Stimmung der Stimmen. Aus der hoffnungsvollen Klangwelt entwickelt sich ein Klagelied.

Diese Veränderung ist Teil einer spekulativen Fabel. Eckardt stellt dabei Fragen nach Stimme, Sprache und Musik sowie danach, wem Denken zugeschrieben wird. Ihre Arbeit verbindet die Wahrnehmung des Raumes mit gesellschaftlichen und politischen Fragestellungen. Im Kunsthaus wird die Antrittsvorlesung deshalb als multimediale Präsentation gestaltet.

„Moreth Anhuman H1N4“ ist eine Produktion des ORF musikprotokolls in Kooperation mit dem Kunsthaus Graz und der Kunstuniversität Graz. Unterstützt wird das Projekt von der Ernst von Siemens Musikstiftung. Eine frühere Version von „Moreth Anhuman“ entstand 2025 für das Festival Musik Installationen Nürnberg; in Graz wird die Fassung H1N4 gezeigt.

Professorin mit internationaler Klangkunst-Erfahrung

Anke Eckardt lehrt seit 2023 als Professorin für Bildende Kunst an der Kunstuniversität Graz. Nach Stationen unter anderem in Berlin, Los Angeles, Köln, Kassel und Rom lebt die deutsche Künstlerin seit 2025 in Wien. Sie studierte Sound Studies sowie Kultur- und Medienwissenschaften in Berlin und verfügt über einen beruflichen Hintergrund in Tontechnik.

Ihre Arbeiten wurden etwa bei der Ars Electronica in Linz und im Haus der Kulturen der Welt in Berlin präsentiert. Für die Grazer Installation übernimmt sie Konzept und Umsetzung. Zum Team gehören Antuum für die künstlerische Assistenz, Laura Kerschbaumsteiner für die aufblasbaren Objekte, Dominik Lekavski für die technische Unterstützung und Lea Sonnek für die Szenografie.

Beitragsbild: © Anke Eckardt.

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