Auszeichnung für Herzinsuffizienz-Forschung aus Graz
Alexander Peikert arbeitet an der Klinischen Abteilung für Kardiologie der Med Uni Graz. Für eine wissenschaftliche Originalarbeit erhielt er den Desmond Julian Award des European Heart Journal. Die Universität berichtete am 24. September 2026 über die Ehrung. Die ausgezeichnete Studie selbst erschien bereits 2025.
Im Mittelpunkt steht die Herzinsuffizienz mit erhaltener Auswurffraktion, kurz HFpEF. Bei dieser Form der Herzschwäche kann das Verhältnis von Körperfett und Krankheitsverlauf besonders bedeutsam sein. Peikert und das internationale Forschungsteam untersuchten, wie verschiedene Körpermaße mit späteren Herzinsuffizienz-Ereignissen zusammenhängen.
Taillenumfang ergänzt den Blick auf den BMI
Der Body-Mass-Index, kurz BMI, setzt das Gewicht zur Körpergröße ins Verhältnis. Er unterscheidet jedoch nicht zwischen Fett, Muskeln und Knochen. Auch die Verteilung des Körperfetts bleibt dabei weitgehend unberücksichtigt. Die sogenannte Waist-to-Height Ratio verwendet dagegen den Taillenumfang im Verhältnis zur Körpergröße und dient als Maß für die zentrale Fettansammlung im Bauchbereich.
Für die Analyse standen Daten aus der internationalen PARAGON-HF-Studie mit 4.796 Patientinnen und Patienten zur Verfügung. Der BMI wurde bei allen erfasst, das Verhältnis von Taillenumfang und Körpergröße lag für 4.534 Personen vor. Gemessen am BMI galten 49 Prozent als adipös. Nach dem in der Studie verwendeten Taillenmaß hatten 96 Prozent eine zentrale Fettansammlung.
Auch unter jenen, die laut BMI nicht adipös waren, hatten 37 Prozent ausgeprägtes Bauchfett. Höhere Werte beider Maße gingen mit mehr Krankenhausaufenthalten wegen Herzinsuffizienz einher. Der Zusammenhang war beim Verhältnis von Taillenumfang und Körpergröße jedoch gleichmäßiger und für die untersuchten Ereignisse aussagekräftiger.
Ergebnisse betreffen eine bestimmte Patientengruppe
Peikert spricht sich deshalb dafür aus, bei der Risikobeurteilung von Menschen mit HFpEF auch die Fettverteilung stärker zu berücksichtigen. Die Arbeit stellt eine ausschließliche Orientierung am BMI in dieser Patientengruppe infrage. Sie untersucht Zusammenhänge bei bereits erkrankten Menschen und liefert keine allgemeine Diagnose für die Bevölkerung.
Die Auszeichnung würdigt die wissenschaftliche Originalarbeit. Bei der Auswahl berücksichtigt die Redaktion des Fachjournals unter anderem methodische Qualität, Originalität und klinische Relevanz. Peikert ist Facharzt für innere Medizin und Kardiologie; seine klinische und wissenschaftliche Arbeit in Graz konzentriert sich auf Herzinsuffizienz und kardiometabolische Erkrankungen.
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