Weiße Kreuze markieren Unfallorte in der Steiermark
Beschäftigte des Straßenerhaltungsdienstes haben die Kreuze an jenen Stellen aufgestellt, an denen Verkehrsteilnehmer:innen ihr Leben verloren haben. Die Aktion umfasst Landesstraßen der Kategorien B und L außerhalb der Ortsgebiete sowie Eisenbahnkreuzungen.
Für den Zeitraum 2006 bis 2025 weist die Auswertung 860 Todesopfer auf Landesstraßen im Freiland und 57 an Eisenbahnkreuzungen aus. Dass insgesamt 912 Kreuze aufgestellt wurden, erklärt das Land mit fünf Stellen, an denen dies etwa wegen baulicher Veränderungen nicht mehr möglich oder sinnvoll ist.
1.568 Verkehrstote innerhalb von 20 Jahren
Im gesamten steirischen Straßenverkehr kamen in diesen 20 Jahren 1.568 Personen bei 1.468 Unfällen ums Leben. Die Gesamtzahl umfasst damit mehr als jene Unfallstellen, die durch die Aktion auf Landesstraßen und an Eisenbahnkreuzungen gekennzeichnet werden.
Auf Landesstraßen im Freiland sank die Zahl der Getöteten von 59 im Jahr 2006 auf 38 im Jahr 2025. Das entspricht einem Rückgang um rund 36 Prozent. Dennoch entfielen über den gesamten betrachteten Zeitraum etwa 55 Prozent aller steirischen Verkehrstoten auf diesen Straßenbereich.
Ablenkung und Geschwindigkeit im Fokus
Verkehrslandesrätin Claudia Holzer verbindet die Aktion mit der Aufforderung, Unfallrisiken im Alltag bewusster wahrzunehmen. Die sichtbaren Zeichen sollen an die Verstorbenen erinnern und zugleich verdeutlichen, welche Folgen Unachtsamkeit oder nicht angepasste Geschwindigkeit haben können.
In der veröffentlichten Auswertung zu Unfallursachen für die Jahre 2023 bis 2025 werden Unachtsamkeit beziehungsweise Ablenkung mit 31 Prozent und nicht angepasste Geschwindigkeit mit 28 Prozent angeführt. Der Zeitraum dieser Ursachenanalyse ist kürzer als jener der gesamten Gedenkaktion.
Kurzvideos begleiten die Verkehrssicherheitsaktion
Zusätzlich zu den Kreuzen setzt die Verkehrsabteilung auf zwei Kurzvideos in sozialen Medien. Maria Knauer-Lukas, Verkehrssicherheitsexpertin der Abteilung 16, beschreibt das Ziel als Sensibilisierung für mehr Achtsamkeit im Straßenverkehr.
Die Kreuze machen historische Unfallstellen sichtbar. Sie sind daher keine Zählung der Verkehrstoten des laufenden Jahres 2026. Im Mittelpunkt stehen das Gedenken an die Opfer und die Erinnerung daran, dass hinter jeder Zahl ein Mensch steht.
Beitragsbild: © Land Steiermark/A16.