Startseite NachrichtenZwei NESTROY-Chancen für Graz: „Wir töten Stella“ und Otiti Engelhardt nominiert

Zwei NESTROY-Chancen für Graz: „Wir töten Stella“ und Otiti Engelhardt nominiert

Das Schauspielhaus Graz geht mit zwei Nominierungen in die Entscheidung um den NESTROY-Preis 2026. „Wir töten Stella“ ist als beste Bundesländer-Aufführung vorgeschlagen, Otiti Engelhardt für ihre Darstellung der Stella in der Kategorie „Bestes Schauspiel Nebenrolle“. Vergeben werden die Preise am 22. November 2026 bei der Gala im Wiener Volkstheater.

von Joachim Bacher
Archivporträt von Andrea Vilter, geschäftsführende Intendantin des Schauspielhauses Graz.

NESTROY-Nominierungen für Produktion und Darstellung

Beide Grazer Nominierungen beziehen sich auf denselben Theaterabend. Jakab Tarnóczi hat Marlen Haushofers Novelle „Wir töten Stella“ für die Bühne adaptiert und inszeniert. Nun ist die Arbeit in der Auswahl für die beste Aufführung außerhalb Wiens vertreten. Daneben erhält Otiti Engelhardts Darstellung der titelgebenden Figur eine eigenständige Nominierung in der Nebenrollen-Kategorie.

Geschäftsführende Intendantin Andrea Vilter gratuliert dem Regisseur, der Schauspielerin und dem gesamten beteiligten Team. Sie versteht die Nominierungen als Anerkennung der künstlerischen Arbeit des Hauses und seiner Beschäftigung mit unterschiedlichen Perspektiven und gesellschaftspolitischen Themen. Über die Preisträger:innen ist damit noch nicht entschieden.

Marlen Haushofers Novelle auf der Grazer Bühne

Die Produktion feierte am 6. Februar 2026 Premiere. Im Zentrum steht Anna, die auf einen tragischen Vorfall in ihrer Familie zurückblickt. Eine Freundin hatte ihr die 19-jährige Stella als Pflegetochter anvertraut. Aus der Rückschau auf das Geschehene entwickeln sich Fragen nach Schuld, Verantwortung und der Verlässlichkeit der Erzählerin.

Anna erscheint in der Grazer Besetzung in zwei zeitlichen Perspektiven: Olivia Grigolli spielt Anna heute, Sarah Sophia Meyer Anna früher. Otiti Engelhardt übernimmt Stella, Sebastian Schindegger Richard. Die Dramaturgie liegt bei Andrea Vilter. Für die Bühne zeichnet Eszter Kálmán verantwortlich, für die Kostüme Ilka Giliga. Die angegebene Spieldauer beträgt eine Stunde und 50 Minuten ohne Pause.

Entscheidung bei der Gala am 22. November

Die Verleihung findet am 22. November 2026 um 19:00 Uhr im Volkstheater Wien statt. Der NESTROY-Preis wird seit 2000 für Leistungen an Wiener und weiteren österreichischen Bühnen vergeben. Auch Eigenproduktionen österreichischer Festivals gehören zum berücksichtigten Theatergeschehen. Mit einer eigenen Kategorie für die beste Aufführung im deutschsprachigen Raum reicht die Auszeichnung über Österreich hinaus.

In der Kategorie „Beste Bundesländer-Aufführung“ stehen neben „Wir töten Stella“ auch „Krieg und Frieden“ sowie „Pizza oder Eine Tür in der Dunkelheit tanzt nicht“ zur Wahl. In der Nebenrollen-Kategorie ist Engelhardt gemeinsam mit Caroline Baas, Bibiana Beglau, Sabine Haupt und Nina Siewert nominiert.

Beitragsbild: Archivporträt von Andrea Vilter, © Johanna Lamprecht.

Schreib' einen Kommentar

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. OK Datenschutz