Startseite NachrichtenLeoben scannt 130 Kilometer Straßen: KI soll Schäden früher sichtbar machen

Leoben scannt 130 Kilometer Straßen: KI soll Schäden früher sichtbar machen

Seit März 2026 erfasst die Stadt Leoben den Zustand von rund 130 Kilometern Straßen und Radwegen digital. Ein Smartphone im Fahrzeug des Wirtschaftshofes nimmt bei regulären Fahrten alle vier Meter ein Bild auf; eine KI ordnet Schäden ein. Über Sanierungen entscheiden weiterhin die zuständigen Mitarbeiter:innen.

von Joachim Bacher
Mitarbeiter der Stadt Leoben erfasst den Straßenzustand mit einem Smartphone im Fahrzeug

Wie das digitale Straßenmanagement in Leoben funktioniert

Die Datenerhebung läuft überwiegend während regulärer Kontrollfahrten des Wirtschaftshofes. Das an der Windschutzscheibe befestigte Smartphone dokumentiert die Fahrbahn in kurzen Abständen, zusätzlich können Beobachtungen direkt per Spracheingabe festgehalten werden. Die Fahrer:innen müssen dafür weder anhalten noch zusätzliche Messgeräte außerhalb des Fahrzeugs bedienen. Dadurch entsteht eine georeferenzierte und laufend aktualisierte Übersicht, ohne dass für jede Bestandsaufnahme eine eigene Befahrung organisiert werden muss.

Erfasst werden befestigte Straßen und Radwege im Leobener Stadtgebiet. Unbefestigte Wege und Schotterstraßen lassen sich mit dem eingesetzten Verfahren nicht verlässlich bewerten. Die Aufnahmen ergänzen die bisherigen Kontrollen und sollen dabei helfen, Veränderungen des Straßenzustands über längere Zeiträume nachvollziehbar zu machen.

KI liefert Daten, die Entscheidung bleibt bei der Stadt

Eine künstliche Intelligenz analysiert das Bildmaterial und ordnet erkennbare Schäden unterschiedlichen Zustandsklassen zu. Sie entscheidet aber weder über eine Reparatur noch über die Reihenfolge der Sanierungen. Auffällige und schwerwiegende Stellen werden von den zuständigen Teams aus Facility Management und Tiefbau geprüft. Erst danach legt die Stadt fest, welche Maßnahmen notwendig sind und wann sie umgesetzt werden.

Neben Fahrbahnschäden kann das System auch ein digitales Inventar von Gegenständen im öffentlichen Raum aufbauen. Dazu zählen etwa Verkehrszeichen, Sitzbänke und Abfallbehälter. Meldungen lassen sich einem konkreten Standort zuordnen und als interne Arbeitsaufträge weitergeben. Das soll Abläufe zwischen Kontrolle, Planung und Ausführung vereinfachen.

Personen und Kennzeichen werden automatisch unkenntlich gemacht

Nach Angaben der Stadt werden Personen und Kennzeichen auf den Aufnahmen automatisch verpixelt. Die Datenübertragung und Speicherung erfolgen verschlüsselt; nicht anonymisierte Originalbilder werden nach der Verarbeitung gelöscht. Damit soll das Straßenbild ausgewertet werden, ohne Passant:innen oder Fahrzeughalter:innen identifizierbar abzubilden.

Hinweise aus der Bevölkerung bleiben trotz der digitalen Erfassung weiterhin möglich. Das System ersetzt diese Meldungen nicht, sondern ergänzt sie um eine regelmäßig aktualisierte Datengrundlage. Leoben will dadurch Schäden früher erkennen, Arbeiten nachvollziehbarer priorisieren und die vorhandenen Mittel für die Straßenerhaltung gezielter einsetzen.

Beitragsbild: © leopress/vialytics

Schreib' einen Kommentar

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. OK Datenschutz