KI kann Bilddaten schnell auswerten
Algorithmen können große Mengen an CT- oder MRT-Aufnahmen in kurzer Zeit analysieren, Muster mit Datenbanken vergleichen und medizinisches Personal bei ersten Einschätzungen unterstützen. Gerade bei zeitkritischen Situationen wie Schlaganfällen oder Gehirnblutungen kann Geschwindigkeit eine wichtige Rolle spielen. Die Med Uni Graz betont zugleich, dass Nutzen und Verlässlichkeit von der konkreten Anwendung, der Datenqualität und der klinischen Prüfung abhängen.
KI kann auch Routineaufgaben wie die Dokumentation erleichtern. Dadurch könnte mehr Zeit für die Betreuung von Patient:innen entstehen. Die Technologie ersetzt jedoch weder medizinisches Urteilsvermögen noch die Verantwortung der behandelnden Fachkräfte.
Der Mensch bleibt für Entscheidungen verantwortlich
Medizinische Entscheidungen entstehen nicht allein aus Daten. Erfahrung, kritisches Denken, Kommunikation und die Berücksichtigung individueller Bedürfnisse bleiben zentrale Bestandteile der Behandlung. Die Veranstaltung will deshalb auch klären, welche Kompetenzen Gesundheitsberufe künftig brauchen und wie der verantwortungsvolle Umgang mit KI in Aus- und Weiterbildung verankert werden kann.
Alexander Rosenkranz, Vizerektor für Klinische Angelegenheiten, Innovation und Nachhaltigkeit, moderiert den Abend. Diskutieren werden Alessandro Rodia und Andreas Salcher. Rodia verbindet ein Medizinstudium mit Computer Science und forscht an der Schnittstelle von Medizin und künstlicher Intelligenz. Salcher beschäftigt sich als Unternehmensberater und Autor mit Bildungsfragen und dem „Faktor Mensch“.
Kostenloser Abend am MED CAMPUS Graz
Die Veranstaltung gehört zur Reihe „Medizin & Gesellschaft“. Sie beginnt am Donnerstag, 22. Oktober 2026, um 17:30 Uhr im Hörsaal 4 der Medizinischen Universität Graz, Neue Stiftingtalstraße 6. Die Teilnahme ist kostenlos; laut Veranstalterin ist eine Anmeldung bis Montag, 19. Oktober 2026, notwendig.
Neben konkreten medizinischen Einsatzfeldern sollen auch Fragen nach Vertrauen, Verantwortung und der Interpretation algorithmischer Ergebnisse diskutiert werden. Im Zentrum stehen außerdem die Folgen der KI für Wissenschaft und Forschung, mögliche Veränderungen im Studium sowie die Fachgebiete, in denen neue Systeme besonders rasch Einzug halten.
Die Med Uni positioniert den Abend als öffentliche Debatte über Nutzen, Grenzen und Verantwortung. Das Beitragsbild zeigt den MED CAMPUS Graz in einer Archivaufnahme.
Beitragsbild: Archivfoto © Med Uni Graz.