Arbeitszeit und Personalstand gingen deutlich zurück
Community Nursing wurde von 2022 bis 2024 als EU-gefördertes Pilotprojekt geführt. Seit 1. Jänner 2025 organisieren die Bundesländer das wohnortnahe Beratungsangebot in unterschiedlichen Modellen weiter. In der Steiermark zeigen die nun im Landtag offengelegten Zahlen eine klare Verkleinerung: 2025 waren 28 Personen im Ausmaß von 18,25 Vollzeitäquivalenten tätig, im Juli 2026 waren es 18 Personen mit 10,49 Vollzeitäquivalenten.
Auch die verfügbare Arbeitszeit ging zurück. Für 2025 weist die Beantwortung einer schriftlichen Anfrage 690 Wochenstunden aus, für Juli 2026 noch 419,4 Stunden. Community Nurses beraten unter anderem ältere Menschen und Angehörige, informieren über Pflege- und Unterstützungsangebote und sollen dabei helfen, passende Leistungen frühzeitig zu organisieren. Die veröffentlichten Zahlen erlauben allerdings keine Aussage darüber, wie sich die Verringerung auf einzelne Beratungen oder die Inanspruchnahme anderer Pflegedienste ausgewirkt hat.
Förderrahmen 2026 fast halbiert
Für 2025 nennt das Land eine maximale Fördersumme von 1,92 Millionen Euro. Im Jahr 2026 beträgt der Förderrahmen 999.600 Euro. Tatsächlich abgerufen wurden 2025 rund 1,035 Millionen Euro; bis August 2026 waren es 552.000 Euro.
Im Vorjahr beteiligten sich zwölf Gemeinden oder Regionen. Für 2026 nennt die Antwort Standorte in Leoben, Voitsberg, der Kleinregion Hengist, Kapfenberg, Gamlitz, Neumarkt, Stattegg, Graz, Hart bei Graz und Gratwein-Straßengel. Das Angebot in Gratwein-Straßengel endete mit 30. Juni 2026. Damit verblieben ab Juli neun laufende Standorte.
Entscheidung für 2027 steht noch aus
Wie Community Nursing ab 2027 in der Steiermark weitergeführt wird, ist noch nicht entschieden. Laut Land werden Modelle und Umsetzungsmöglichkeiten abschließend geprüft; zugleich laufen die Budgetverhandlungen. Eine verbindliche Aussage zu Umfang, Standorten oder Finanzierung gibt es daher noch nicht.
Die Grünen-Klubobfrau Sandra Krautwaschl kritisiert die bisherige Kürzung und fordert eine dauerhafte Absicherung des Angebots. Diese Bewertung ist eine politische Forderung. Fest steht derzeit nur: Personal, Wochenstunden und Förderrahmen sind gegenüber 2025 deutlich gesunken, während das Modell für das kommende Jahr offen bleibt.
Beitragsbild: © Grünen Steiermark.