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Der Hauptplatz von Leoben wird neu gestaltet

Entsiegelung der Betonfläche sowie die Pflanzung von Bäumen im Nordteil sagen der Hitze in der Stadt den Kampf an

von Joachim Bacher

In den Jahren 2024 und 2025 wird der Hauptplatz einer Generalsanierung unterzogen. Um der Klimaentwicklung positiv entgegenzuwirken, wird der städtische Hitzespot zu einer Grünoase werden. Unter Einbeziehung der Bevölkerung, die in  einem Bürgerbeteiligungsprozess, durchgeführt von nonconform, über mehrere Jahre ihre Wünsche deponieren konnte, wurde die Umgestaltung des Hauptplatzes geplant. Die Firma IKK als Generalplaner und die Firma 3:0 Landschaftsarchitektur Gachowetz Luger Zimmermann OG führten die Planung durch. Das Endergebnis wurde gestern präsentiert.

„Unser Hauptplatz ist unser Wohnzimmer, das nun einen Relaunch bekommen wird. Wir tragen der Klimaentwicklung Rechnung und wollen mit Bäumen natürlichen Schatten und Kühle in die Stadt bringen. Mit der Umgestaltung und Generalsanierung wird unser Hauptplatz wieder viele Jahre die Anforderungen unserer Bevölkerung erfüllen“.

Bürgermeister Kurt Wallner

„Der Leobener Hauptplatz wappnet sich für die Zukunft und wird zum grünen Herzen der Innenstadt“, so die Vertreter:innen von 3:0 Landschaftsarchitektur.

Sanierung des Leobner Hauptplatzes

Die Hauptplatzsanierung umfasst die teilweise Erneuerung der Pflasterung, der Entwässerung und die Sanierung der Beleuchtung. Der äußere Bereich des Hauptplatzes ist gestalterisch in zwei Bereiche unterteilt, einen Fußgängerbereich mit hellgrauen Beton-Pflasterplatten und einen Fahrbereich mit dunkelgrauen Beton-Pflasterplatten. Die Flächen sind durch Natursteinstreifen aus roten Granitsteinen unterteilt. Im äußeren Bereich des Hauptplatzes soll das bestehende Betonpflaster inklusive der Kiesbettung entfernt und mit neuen gleichwertigen Beton- Pflasterplatten verlegt werden. Im Bereich des Anlieferungsverkehrs (Ostseite des Hauptplatzes) wird in der Breite einer Fahrspur das Betonpflaster verstärkt ausgeführt. Anstatt acht Zentimeter dicken Platten werden nun Platten mit einer Stärke von zwölf Zentimeter verlegt, um dem Anlieferungsverkehr besser Stand zu halten. Der innere Bereich ist gestalterisch ebenfalls in drei Bereiche unterteilt. Im Norden und im Süden gibt es zwei quadratische Flächen, bestehend aus quadratischen Natursteinen aus blaugrünem Carat, sowie einer großen Fläche in der Mitte, bestehend aus zweifarbigem Granit, welche in einem Fischgrätmuster verlegt sind. In diesem Bereich wird das Natursteinpflaster erhalten, es werden lediglich beschädigte Steine ausgetauscht. Am Ende der vierten Bauphasen werden die gesamte Natursteinfläche gereinigt und die Fugen komplett erneuert. Zusätzlich zu den Pflasterarbeiten wird die Oberflächenentwässerung erneuert, sowie Korrosionsschäden an den Beleuchtungsmasten saniert und diese mit neuen LED-Leuchten ausgestattet.

Hauptplatzumgestaltung

Die Umgestaltung des Hauptplatzes umfasst vorrangig den nördlichen Teil und diese soll hauptsächlich im Jahr 2024 umgesetzt werden. Bei der Umgestaltung werden in den betroffenen Flächen einerseits Bäume nach dem Schwammstadtprinzip gepflanzt und andererseits platzseitige Oberflächenwasser über Schlitzrigole in die Baumstandorte eingeleitet. Zusätzlich zur Entsiegelung und Begrünung werden ein Wasserspiel errichtet und Sitzmöglichkeiten vorgesehen. Weiters werden neue Spülschächte, sowie Überläufe in den Bereichen der Schwammstadt, welche an den Regenwasserkanal angeschlossen werden, eingebaut.

Bäume

Es werden entlang von zwei Achsen, jeweils neun Bäume, somit insgesamt 18 Bäume, auf der nördlichen Platzhälfte gepflanzt. Dabei kommen zwei Baumarten zur Anwendung, die Ulme und die Silberlinde, da diese stadtklimatauglich sind. Diese Bäume sind resistent gegen längere Trockenperioden und Hitze und eignen sich daher als Platz- oder Straßenbäume. In der Anwachsphase der Bäume, wo die Schattenwirkung noch nicht voll entfaltet ist, können die Schirme in den Gastgärten wie gewohnt aufgespannt werden, da die Bäume mit einer entsprechenden Höhe gepflanzt werden. Zu Beginn sind das zirka fünf Meter. Im Laufe der Jahre sollen die Bäume zehn bis zwölf Meter hoch werden.

Schwammstadt

Das Schwammstadtprinzip ist eine spezielle Maßnahme im Unterbau, welche vor allem im urbanen Raum Bäumen die Möglichkeit schafft, ausreichend Wurzeln zu schlagen und somit die Vitalität und das Wachstum des Baumes zu verbessern. Außerdem ermöglicht das Schwammstadtprinzip, das Kanalsystem bei Starkregenereignissen zu entlasten und die Oberflächenwässer für eine bestimmte Zeit zu speichern bzw. zurückzuhalten und damit die Bäume in Trockenphasen zu unterstützen. Die Kernelemente des Schwammstadtaufbaues sind der Erdaushub/die Baumgrube, das Schwammstadtsubstrat sowie ein Leitungs-, Verteilersystem für Wasser und Luft. Dazu wird unterhalb der befestigten Oberflächen im Straßenraum eine Schicht aus grobkörnigem Schotter sowie feineren, wasserspeichernden Materialien angelegt. Diese Schicht hält das Wasser wie ein Schwamm zurück. Der Baum kann das gespeicherte Wasser anschließend langsam über die Blätter verdunsten und kühlt somit die Umgebung.

Möblierung

Ein Mix aus fixen, sowie beweglichen, multifunktionalen Möbeln wird auch einen „konsumfreien“ Aufenthalt am Hauptplatz unterstützen. Zusätzlich zu den Sitzgelegenheiten wird es für Kinder Möglichkeiten geben, um sich zu beschäftigen. Spielsteine in Form von Tierfiguren sorgen für Beschäftigung der Kinder.

Zeitplan für die Hauptplatzsanierung

Die Hauptplatzsanierung wird in 4 Abschnitten unterteilt.

  • Bauabschnitt 1.1 (Anfang März – Mitte Juli 2024)
  • Bauabschnitt 1.2 (Ende Juli – Mitte November 2024)
  • Bauabschnitt 2.1 (Anfang März – Mitte Juni 2025)
  • Bauabschnitt 2.2 (Mitte Juni – Mitte November 2025)

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