Startseite NachrichtenWinternothilfe in Graz: 35 zusätzliche Schlafplätze, Kältetelefon ab 11. November

Winternothilfe in Graz: 35 zusätzliche Schlafplätze, Kältetelefon ab 11. November

Graz organisiert die Winternothilfe heuer anders: Die Caritas richtet 35 zusätzliche Betten in zwei bestehenden Notschlafstellen ein, statt sie an einem eigenen Standort unterzubringen. Auch die VinziWerke stocken mit Notbetten auf. Am 11. November 2026 nimmt das Grazer Kältetelefon seinen Winterdienst auf.

von Joachim Bacher
Vertreter:innen von Caritas, VinziWerken und Stadt Graz im damaligen Schlafsaal der Winternothilfe, November 2025

Wo die zusätzlichen Notschlafplätze in Graz sind

Die bisherige Winternotschlafstelle am Standort St. Lukas zieht in zwei ganzjährig geöffnete Einrichtungen um. In der Arche 38 am Eggenberger Gürtel 38 kommen 25 Plätze für volljährige Männer hinzu. Die Aufnahme ist dort ohne Voranmeldung möglich. Die Arche 38 öffnet täglich um 18:15 Uhr und schließt um 10:00 Uhr am folgenden Vormittag.

Das Haus FranzisCa in der Georgigasse 78 erhält zehn zusätzliche Plätze für Frauen. Für begleitende Kinder gibt es flexible Unterbringungsmöglichkeiten. Beide Standorte bieten auch Beratung an. Für Menschen, die tagsüber Unterstützung oder Versorgung brauchen, stehen weiterhin die Bahnhofmission und das Marienstüberl zur Verfügung.

Stadt Graz und Hilfsorganisationen stellten das Angebot am 5. November 2026 vor. Für die Dauer gibt es unterschiedliche Angaben: Bei der Vorstellung war von Ende März die Rede. Auf der Angebotsseite der Caritas ist Mitte April 2027 als geplantes Ende genannt.

Kältetelefon Graz: Wann und wie Hilfe geholt werden kann

Wer in Graz in den Abendstunden einen Schlafplatz im Freien bemerkt, kann das Kältetelefon der Caritas unter 0676 880 15 8111 verständigen. Es ist vom 11. November 2026 bis zum 31. März 2027 täglich von 18:00 bis 24:00 Uhr erreichbar. Freiwillige fahren nach einer Meldung zum genannten Ort und bieten nach Möglichkeit einen Platz in einer Notschlafstelle an. Bei Bedarf geben sie warme Kleidung, Schlafsäcke oder Tee aus. Bei akuter Gefahr verweist die Caritas auf die Rettung unter 144.

In der Saison 2025/26 gingen nach Angaben der Caritas 808 Anrufe ein. Mehr als 50 Freiwillige waren im Einsatz. In 19 Fällen vermittelten sie einen Platz in einer Notschlafstelle. Die damalige Winternotschlafstelle zählte rund 4.800 Nächtigungen bei einer Auslastung von knapp 95 Prozent.

Hilfsorganisationen rechnen mit hoher Nachfrage

VinziWerke-Geschäftsführerin Amrita Böker berichtet von stärker ausgelasteten Notschlafstellen und wachsendem Beratungsbedarf. Caritasdirektorin Nora Tödtling-Musenbichler sieht steigende Kosten für Wohnen und Energie als Belastung für armutsgefährdete Menschen. Die zusätzlichen Betten sind Teil der Zusammenarbeit von Stadt Graz, Land Steiermark, Caritas und VinziWerken.

Beitragsbild: © Caritas/Streif (Archivaufnahme zur Grazer Winternothilfe 2025).

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