Digitaler Stadtplan bündelt Grazer Hilfsangebote
Der neue „Stadtplan Seelische Gesundheit“ soll Betroffenen, Angehörigen und Fachkräften einen raschen Überblick über die psychosoziale Versorgung in Graz geben. Er zeigt, welche Einrichtungen Unterstützung anbieten und soll die Suche nach einer passenden Anlaufstelle vereinfachen. Ergänzend führt ein neuer Folder über einen QR-Code direkt zum digitalen Angebot.
Gerade in einer belastenden Situation sei Orientierung entscheidend, betont Gesundheitsamtsleiterin Eva Winter. Menschen sollten nicht von Stelle zu Stelle geschickt werden, sondern möglichst früh jene Unterstützung finden, die sie benötigen. Bei akuten psychiatrischen Krisen oder Suizidgefahr ist das steirische Krisentelefon PsyNot unter 0800 44 99 33 kostenlos und rund um die Uhr erreichbar.
Neue Wege bei Ausbildung und Behandlung
Die Stadt verweist auch auf mehrere Entwicklungen in der Versorgung. Graz wurde mit 1. Oktober zum größten österreichischen Ausbildungsstandort für Psychotherapie. Zudem arbeiten seit Beginn des neuen Schuljahres erstmals angestellte Schulpsychotherapeut:innen direkt im Schulsystem; zwei dieser Stellen entfallen auf die Steiermark.
Seit 26. Jänner 2026 gibt es laut Aussendung außerdem flächendeckend vollfinanzierte klinisch-psychologische Behandlungsplätze. Versicherte der ÖGK, SVS und BVAEB können dafür über die Vermittlungsplattform Psyhelp einen Platz anfragen. Der Verein Achterbahn wiederum baut seine Peer-Arbeit aus: Die laufende EX-IN-Ausbildung in Graz umfasst elf Module und startete mit 22 Teilnehmer:innen mit eigener Psychiatrie-Erfahrung.
Uhrturm leuchtet grün – Informationstag am 15. Oktober
Am 10. Oktober, dem Welttag der seelischen Gesundheit, wird der Grazer Uhrturm grün beleuchtet. Am Donnerstag, 15. Oktober 2026, folgt ab 14:30 Uhr der Tag der Seelischen Gesundheit im großen Saal der Arbeiterkammer. Einrichtungen stellen dort ihre Angebote vor; außerdem ist ein Podiumsgespräch geplant, bei dem Betroffene über Erkrankungen, Diagnosen, Hilfe und Neuorientierung sprechen.
Die städtische Kampagne „Du bist nicht allein“ soll psychische Belastungen sichtbarer machen und Hemmschwellen beim Suchen nach Unterstützung senken. Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer ordnet den neuen Stadtplan als praktischen ersten Schritt ein, damit aus der Suche möglichst rasch ein passender Weg zur Hilfe wird.
Beitragsbild: © Stadt Graz/Foto Fischer.