Startseite Nachrichten50.000 Euro aus Grazer Charitylauf fließen in Krebsforschung und Pflegeberatung

50.000 Euro aus Grazer Charitylauf fließen in Krebsforschung und Pflegeberatung

Mehr als 2.000 Teilnehmende haben beim Styrian Run Against Cancer 2026 rund 50.000 Euro Reinerlös ermöglicht. Das Geld unterstützt unter anderem die onkologische Pflegeberatung und ein gemeinsames Forschungsbudget; zugleich untersucht ein bereits aus dem Lauf 2025 gefördertes Grazer Projekt, wie Mikroorganismen in Tumoren mit Krebs- und Immunzellen interagieren.

von Joachim Bacher
Teilnehmende beim Styrian Run Against Cancer 2026 in Graz

Reinerlös unterstützt Beratung und neue Studien

Der Styrian Run Against Cancer wurde 2026 zum zweiten Mal vom LKH-Univ. Klinikum Graz und der Medizinischen Universität Graz organisiert. Mehr als 2.000 Menschen nahmen teil. Der Reinerlös von rund 50.000 Euro wird unter anderem für eine onkologische Pflegeberatung mit Schwerpunkt Therapieadhärenz eingesetzt. Sie soll Patient:innen dabei unterstützen, vereinbarte Behandlungen verlässlich in den Alltag zu integrieren.

Ein weiterer Teil fließt in ein gemeinsames Forschungsbudget. Daran arbeiten die Comprehensive Cancer Center in Graz, Innsbruck und Wien gemeinsam mit dem Bayerischen Zentrum für Krebsforschung. Das Budget soll Studienkonzepte ermöglichen, für die bisher keine Finanzierung verfügbar war. Welche konkrete Studie aus dem Erlös von 2026 gefördert wird, ist laut Med Uni Graz noch nicht entschieden.

Grazer Team untersucht Mikroben im Tumorgewebe

Wie aus Laufspenden Forschung wird, zeigt ein Projekt von Martin Zacharias am Diagnostik- und Forschungsinstitut für Pathologie der Med Uni Graz. Es wird unter anderem aus dem Reinerlös der Premiere 2025 unterstützt, bei der mehr als 33.000 Euro gesammelt wurden. Das Team analysiert Gewebe von Menschen mit Lungen- und Darmkrebs und untersucht, wo sich Mikroorganismen innerhalb eines Tumors befinden.

Zum Einsatz kommt räumliche Metatranskriptomik. Mit dieser Methode lassen sich menschliche und mikrobielle Genaktivitäten direkt im Gewebe verorten. Erste Ergebnisse geben nach Angaben des Forschers Hinweise auf Konzentration, Vielfalt und räumliche Verteilung der Mikroben in verschiedenen Tumorarten. Im nächsten Schritt soll ihre Beziehung zu Immunzellen und weiteren Bestandteilen des Tumors untersucht werden.

Nächster Lauf ist für April 2027 geplant

Langfristig könnten die Erkenntnisse helfen, das Zusammenspiel von Tumorzellen, Mikroben und Immunsystem besser zu verstehen. Daraus lassen sich noch keine unmittelbaren Behandlungserfolge ableiten; das Projekt soll Grundlagen für mögliche Biomarker sowie neue Ansätze in Diagnostik und Therapieentwicklung schaffen.

Der nächste Styrian Run Against Cancer ist für Samstag, 24. April 2027, in Graz angekündigt. Die Anmeldung soll im Dezember 2026 geöffnet werden. Ergänzend ist wieder ein Gesundheitscheck-Zelt mit mehreren Untersuchungs- und Beratungsstationen geplant.

Beitragsbild: © Med Uni Graz/Foto Fischer.

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