Drei Varianten sollen das Einordnen erleichtern
Der aktuelle Pilotversuch findet auf der Semmering Schnellstraße zwischen Neunkirchen und Gloggnitz statt. Dort verengt sich die Fahrbahn im Baustellenbereich. Untersucht wird, welche Informationen Autofahrerinnen und Autofahrer am besten dabei unterstützen, beide Fahrstreifen bis zur Einengung zu nutzen und sich anschließend abwechselnd einzuordnen.
Zwei Varianten hat die ASFINAG bereits erprobt: zusätzliche Hinweistafeln und mobile elektronische Anzeigen. Als dritte Möglichkeit kommen nun die Polli-Tafeln zum Einsatz. Botschaften wie „Bleib entspannt, fahr noch weiter!“ und „Ein Fahrzeug einordnen lassen!“ sollen das gewünschte Verhalten unmittelbar vor Ort verständlich machen.
Die Tafeln bleiben zwei Wochen stehen. Eine spezielle Messstelle erfasst währenddessen das Verkehrsgeschehen. Beobachtet werden unter anderem die Staubildung und das Verhalten beim Einfädeln. Ob die neue Beschilderung tatsächlich besser wirkt als die beiden anderen Varianten, ist somit noch Gegenstand des Tests und kein bereits feststehendes Ergebnis.
Weiterer Versuch in der Steiermark im Frühjahr
Für das Frühjahr 2027 kündigt die ASFINAG einen zweiten Testlauf in der Steiermark an. Er soll zusätzliche aussagekräftige Daten liefern. Ein konkreter steirischer Streckenabschnitt und genaue Versuchstage wurden in der aktuellen Information noch nicht genannt.
Langfristig soll sich die erfolgreichste Informationsvariante als dauerhafte Lösung durchsetzen. Die ASFINAG verfolgt damit das Ziel, den Verkehr auch dort flüssiger zu halten, wo vorübergehend weniger Fahrstreifen zur Verfügung stehen. Eine bereits beschlossene flächendeckende Aufstellung der Polli-Tafeln lässt sich daraus noch nicht ableiten.
So funktioniert das Reißverschluss-System
Die praktische Empfehlung lautet, den endenden Fahrstreifen bis unmittelbar vor die Verengung zu nutzen. Erst dort wird geblinkt und auf die verbleibende Spur gewechselt. Auf dem durchgehenden Fahrstreifen sollen Lenkerinnen und Lenker rechtzeitig genügend Abstand schaffen, damit jeweils ein Fahrzeug einordnen kann.
Im Ergebnis folgen Fahrzeuge aus beiden Spuren abwechselnd aufeinander. Das Reißverschluss-System ist bei den gesetzlich beschriebenen Fahrstreifenverengungen keine bloße Höflichkeitsregel: Die Straßenverkehrsordnung sieht vor, den am Weiterfahren gehinderten Fahrzeugen den Wechsel in dieser abwechselnden Reihenfolge zu ermöglichen.
Beitragsbild: © ASFINAG.