Startseite NachrichtenWechsel an der Spitze der steirischen Bauinnung: Tilz folgt auf Stvarnik

Wechsel an der Spitze der steirischen Bauinnung: Tilz folgt auf Stvarnik

Die steirische Landesinnung Bau hat einen neuen Landesinnungsmeister: Gernot Tilz hat die Funktion am 1. November 2026 von Michael Stvarnik übernommen. Der 49-jährige Bauunternehmer nennt unter anderem Bauen im Bestand, Digitalisierung und Ausbildung als Schwerpunkte. Stvarnik beendet nach 26 Jahren seine Tätigkeit in der Innung, davon vier an ihrer Spitze.

von Joachim Bacher
Archivfoto von Gernot Tilz links und Michael Stvarnik vor einer Ziegelwand.

Gernot Tilz übernimmt die Landesinnung Bau

Der Führungswechsel in der Interessenvertretung ist mit Monatsbeginn wirksam geworden. Michael Stvarnik, 60, legte seine Funktion als Landesinnungsmeister mit 31. Oktober zurück. Sein Nachfolger Gernot Tilz ist Baumeister und Bauingenieur und bringt auch unternehmerische Erfahrung aus mehreren Bereichen des Bauwesens mit.

Die Tilz & Partner Bauconsult wurde 2010 gegründet. Die Unternehmensgruppe ist heute in fünf Geschäftsbereichen tätig. Dazu gehören neben Bauingenieurleistungen auch Labor- und Messtechnik, Seilbahn- und Wasserbautechnik sowie Umwelttechnik, Recycling und Entsorgung. Diese beruflichen Felder finden sich auch in den Themen wieder, die der neue Innungsmeister für seine Arbeit hervorhebt.

Bauen im Bestand und Ausbildung als angekündigte Schwerpunkte

Tilz will Erdbau, Infrastruktur, Umwelttechnik und Recycling stärker in der Innungsarbeit berücksichtigen. Weitere Schwerpunkte sollen Digitalisierung, Bauen im Bestand und Baukultur sein. Auch einfachere Abläufe und weniger Bürokratie nennt er als Ziele. Dabei handelt es sich um seine angekündigte Ausrichtung, nicht um bereits beschlossene Änderungen von Bauvorschriften.

Zur Fachkräftesicherung setzt Tilz auf Ausbildung, Lehrlinge und den Wissenstransfer innerhalb der Branche. Die Weitergabe beruflicher Erfahrung soll damit neben neuen technischen Themen stehen. Welche konkreten zusätzlichen Angebote daraus entstehen, wird sich erst mit der weiteren Arbeit der Innung zeigen.

Wohnbau-Handbuch und Checklisten aus der bisherigen Innungsarbeit

Unter Stvarnik wurden mehrere längerfristige Vorhaben umgesetzt. Dazu zählt die ISO-9001-Zertifizierung der Landesinnung. Beim Projekt „Wohnbau radikal neu gedacht“ arbeitet die Innung mit der Zukunftsagentur Bau und der FH JOANNEUM zusammen. Jährliche Erhebungen lieferten eine Grundlage für ein Planungshandbuch für den geförderten steirischen Geschoßwohnbau.

Im Jahr 2026 wurden außerdem Anpassungen bei Musterbaubeschreibungen und der Bauplatzeignung abgeschlossen. Checklisten für Bauprojekte sollen Bauherr:innen, Planer:innen und Behörden bei ihren Abläufen unterstützen. Mit den projektbezogenen Abfragen können sie die jeweils erforderlichen Unterlagen und Schritte für ein Bauvorhaben ermitteln. Tilz selbst arbeitet auch in Gremien zu Bau, Normenwesen und Nachhaltigkeit mit; seine fachlichen Schwerpunkte sind Hochbau, Bauphysik und Baukonstruktion.

Zum Tätigkeitsfeld der Innung gehört auch der im Zweijahresrhythmus vergebene Architekturpreis „Ars Architecturae Styriae“. Mit der Übergabe steht die Interessenvertretung nun unter einer neuen Leitung.

Beitragsbild (Archivfoto): © Helmut Lunghammer.

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