Psychosoziale Hilfe nach schweren Einsätzen
Bettina Galli-Magerl ist seit vielen Jahren in der psychosozialen Betreuung des Roten Kreuzes Steiermark tätig. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen Menschen, die nach Unfällen, Gewalttaten oder anderen außergewöhnlichen Ereignissen Unterstützung benötigen. Zugleich begleitet sie Einsatzkräfte, die bei ihrer Arbeit mit schweren psychischen Belastungen konfrontiert werden.
Die Auszeichnung wurde im Rahmen eines Festakts in der Wiener Hofburg überreicht. Das Rote Kreuz Steiermark hebt besonders Galli-Magerls Beitrag zur Krisenintervention und zur Weiterentwicklung der psychosozialen Versorgung hervor. Hauptberuflich arbeitet sie als Klinische Psychologin in der Familiengerichtshilfe in Graz und ist zusätzlich freiberuflich tätig.
Einsätze von Spielfeld bis zum Grazer Amoklauf
Zu ihren dokumentierten Einsätzen zählen die psychosoziale Betreuung nach der Amokfahrt in Graz im Jahr 2015, der Flüchtlingseinsatz an der Grenze in Spielfeld sowie die Begleitung nach dem Amoklauf in Stiwoll. Während der COVID-19-Pandemie war sie in der Stabsarbeit eingesetzt, später auch im Rahmen der Ukraine-Hilfe.
Beim School Shooting in Graz 2025 koordinierte und unterstützte sie ebenfalls die psychosoziale Betreuung. Darüber hinaus führt Galli-Magerl laufend Supervisionen und Debriefings für Mitarbeitende des Roten Kreuzes und anderer Einsatzorganisationen durch. Diese Gespräche sollen helfen, belastende Einsatzerfahrungen professionell aufzuarbeiten.
Ausbildung und Verantwortung im Roten Kreuz
Nach ihrer Ausbildung in Krisenintervention im Jahr 2014 absolvierte Galli-Magerl 2018 die Offiziersausbildung des Roten Kreuzes Steiermark. 2025 folgte der Lehrschein für Psychische Erste Hilfe. Seit 2018 gehört sie als fachliche Leiterin der psychosozialen Betreuung dem Landesrettungskommando an. Dort ist sie neben Einsätzen auch für die Ausbildung der Kriseninterventions- und SvE-Teams verantwortlich.
SvE steht für „Stressverarbeitung nach belastenden Ereignissen“. Speziell geschulte Kolleg:innen unterstützen dabei Einsatzkräfte nach außergewöhnlichen Situationen. Galli-Magerl, die der Rotkreuz-Ortsstelle Frohnleiten zugeordnet ist, versteht die Auszeichnung auch als Anerkennung für jene Teams, die diese Arbeit häufig abseits der Öffentlichkeit leisten.
Beitragsbild: © Peter Lechner/HBF.