Was der Equal Pay Day am 30. Oktober bedeutet
Der steirische Equal Pay Day fiel 2026 auf den 30. Oktober, der österreichweite auf den 5. November 2026. Die Arbeiterkammer Oberösterreich berechnet die Tage rückwärts vom Jahresende. Sie überträgt den prozentuellen Unterschied bei den Einkommen auf die Kalendertage. Der Termin veranschaulicht damit, welcher Teil eines Jahres rechnerisch ohne Einkommen bliebe. An der tatsächlichen Bezahlung ab diesem Tag ändert sich nichts.
Grundlage sind die durchschnittlichen Jahresbruttobezüge aus der Lohnsteuerstatistik der Statistik Austria. Für den Vergleich zählen Personen, die das ganze Jahr in Vollzeit beschäftigt waren. Teilzeitbeschäftigte werden in dieser Berechnung nicht mit Vollzeitbeschäftigten verglichen. Es geht auch nicht um den Stundenlohn oder um den direkten Vergleich zweier Menschen in derselben Stelle.
Steiermark liegt weiter über dem österreichweiten Lohnabstand
Österreichweit lagen die verglichenen Jahresbruttobezüge bei durchschnittlich 57.446 Euro für Frauen und 67.988 Euro für Männer. Das ergibt einen Unterschied von 15,5 Prozent. Der steirische Abstand liegt mit 17 Prozent darüber. Die Auswertung des Städtebunds zeigt eine große Spannweite: Wien lag bei 10,6 Prozent, Vorarlberg bei 21,7 Prozent.
In der Berechnung des Vorjahres betrug der Unterschied in der Steiermark 18 Prozent. Der damalige steirische Equal Pay Day fiel auf den 27. Oktober 2025. Grundlage waren dabei die Bezüge des Jahres 2023. Der Vergleich zeigt einen Rückgang um einen Prozentpunkt zwischen den beiden ausgewerteten Jahren. Über die Bezüge im laufenden Jahr 2026 sagt er noch nichts aus.
Aktion am Südtirolerplatz fordert Lohntransparenz
Am Grazer Südtirolerplatz griffen die KPÖ, KJÖ, KSV, Junge Linke und der Bund Demokratischer Frauen die Zahlen auf. Mit einer Lupe als Symbol lenkten die Beteiligten die Aufmerksamkeit darauf, wie schwer Unterschiede bei der Bezahlung zu erkennen sein können.
KPÖ-Frauenvorsitzende Miriam Herlicska argumentierte, offengelegte Gehaltsstrukturen könnten dabei helfen, ungleiche Bezahlung sichtbar zu machen. KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler forderte gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit und die Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie. Die Aktion war eine politische Forderung und keine Ankündigung neuer Regeln.
Beitragsbild: © KPÖ.