Halltal bei Mariazell: Die Übung in den Nachtstunden
Für die Einsatzkräfte im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag kam am Abend eine zweite Aufgabe zur angenommenen Strommangellage hinzu. Im Szenario zog eine Kaltfront auf und schnitt Halltal, das zur Stadtgemeinde Mariazell gehört, von der Umgebung ab. Der Einsatzstab musste klären, ob die Menschen vor Ort weiterhin ärztlich versorgt werden können und ob genügend Medikamente verfügbar sind.
Der Stromausfall und die Isolation des Ortes waren Teil der Übung. Die Bezirksstelle berichtete am 7. November 2026 über den Ablauf in den Nachtstunden. Dabei kam zur simulierten Strommangellage die Dunkelheit als ganz praktische Herausforderung für die Einsatzorganisation hinzu.
Notordinationen und zusätzliche Kapazität in Kindberg
Mitarbeiter:innen des Bezirkseinsatzstabs erarbeiteten ein Konzept für Notordinationen. Die Idee dahinter: Wenn reguläre Ordinationen bei einer länger andauernden Strommangellage nicht wie gewohnt zur Verfügung stehen, soll eine medizinische Anlaufstelle vorbereitet sein. Mit dem Konzept wurden keine dauerhaft neuen Ordinationen oder Öffnungszeiten angekündigt.
In Kindberg stellte das Rote Kreuz während der Übung ein viertes Notarzteinsatzfahrzeug für den Bezirk bereit. Die Verstärkung kam zum regulären Rettungsdienst hinzu. Das Fahrzeug war Teil der Vorkehrungen im Übungsszenario und keine angekündigte dauerhafte Erweiterung.
Rotes Kreuz trainierte mit allen steirischen Bezirken
Bruck-Mürzzuschlag war Teil einer landesweiten Stabsübung. Unter der Leitung des Landesrettungskommandos übten die Rotkreuz-Bezirke gemeinsam mit der Landeswarnzentrale, Behörden und mehreren Spitälern. Dazu zählten das Krankenhaus Vorau sowie die Elisabethinen und die Barmherzigen Brüder in Graz. Neben Notarzteinsätzen und zeitkritischen Transporten ging es auch darum, wie sich Menschen mit laufendem Behandlungsbedarf weiter betreuen lassen.
Die Abläufe reichen über den Rettungseinsatz hinaus. Das Rote Kreuz übte, wie Dienststellen und Fahrzeuge mit Treibstoff versorgt und wichtige Güter verteilt werden können. Auch das SPAR-Zentrallager im Süden von Graz war eingebunden. Für den Kontakt zwischen den Einsatzstäben sah das Szenario voneinander unabhängige Kommunikationswege vor, darunter Katastrophenfunk und Satellitentelefonie.
Beitragsbild: © Rotes Kreuz Bruck-Mürzzuschlag, Jan Ph. Lütgendorf.