Startseite NachrichtenDrei-Länder-Einigung: Neuer Notarztstützpunkt in Weyer geplant

Drei-Länder-Einigung: Neuer Notarztstützpunkt in Weyer geplant

Die Steiermark, Oberösterreich und Niederösterreich haben sich politisch auf einen gemeinsamen Notarztstützpunkt in Weyer geeinigt. Den Betrieb soll das Oberösterreichische Rote Kreuz übernehmen; Verträge und Details müssen noch ausgearbeitet werden. Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl begrüßt die Lösung als Ergänzung für die Steirische Eisenwurzen, die SPÖ kritisiert die Standortwahl.

von Joachim Bacher
Vertreter des Roten Kreuzes mit Thomas Stelzer und Christine Haberlander neben einem Notarzteinsatzfahrzeug, Symbolbild zur geplanten Drei-Länder-Kooperation

Warum drei Länder ihre Notarztversorgung neu abstimmen

Ausgangspunkt der Einigung ist die Neuorganisation des Notarztsystems in Niederösterreich. Das Notarzteinsatzfahrzeug in Waidhofen an der Ybbs hatte bisher auch Gemeinden in den beiden Nachbarbundesländern mitversorgt. Für die grenzüberschreitende Region wird deshalb eine neue gemeinsame Lösung vorbereitet.

Die drei Länder wollen den Stützpunkt in Weyer gemeinsam finanzieren. Der Standort liegt in Oberösterreich, soll aber der Versorgung der Region Eisenwurzen über die Landesgrenzen hinweg dienen. Mit der politischen Verständigung ist der neue Betrieb noch nicht eröffnet: Als nächster Schritt stehen die Ausarbeitung der Einzelheiten und der Abschluss der entsprechenden Vereinbarungen an.

Was die Landesregierung für die Steirische Eisenwurzen erwartet

Der steirische Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl sieht in Weyer eine Ergänzung zur bestehenden Versorgung. Er verweist dabei auf Rettungs- und Notfallsanitäter:innen, nachtflugtaugliche Notarzthubschrauber, ärztliche First Responder sowie die niedergelassenen Ärzt:innen in der Region. Der gemeinsame Stützpunkt soll diese vorhandenen Strukturen ergänzen.

Oberösterreichs Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander verbindet mit der Kooperation eine bessere Erreichbarkeit medizinischer Hilfe. Niederösterreichs Landesrat Anton Kasser betont die Beteiligung seines Landes, Gesundheitslandesrätin Eva Prischl die Notwendigkeit, Versorgung unabhängig von Landesgrenzen zu organisieren. Das sind die Ziele der beteiligten Länder; konkrete Hilfsfristen werden mit der Einigung nicht zugesichert.

SPÖ verlangt Daten zur Entscheidung für Weyer

Die steirische SPÖ begrüßt grundsätzlich die zusätzliche Notarztversorgung und die Zusammenarbeit der Länder, stellt aber den gewählten Standort infrage. Klubobmann Hannes Schwarz fordert die Offenlegung der Entscheidungsgrundlagen. Er will insbesondere wissen, welche Fahrzeiten und Versorgungsgebiete berücksichtigt wurden und welche Auswirkungen sich für steirische Gemeinden ergeben.

Schwarz kündigte dazu einen Unterausschuss Rettungswesen am 2. Dezember 2026 unter Einbindung von Fachleuten des Roten Kreuzes und des Landessanitätsrates an. SPÖ-Nationalratsabgeordneter Mario Lindner fordert zusätzlich einen regionalen Krisengipfel. Aus seiner Sicht wäre Altenmarkt bei St. Gallen die bessere Lösung; er befürchtet weiterhin Versorgungslücken für Eisenerz, Radmer, Wildalpen, Landl und Teile von Admont.

Offen bleibt damit die konkrete Umsetzung. Ein verbindlicher Starttermin und die ausformulierten Betriebsdetails wurden in der gemeinsamen Ankündigung der Länder noch nicht bekanntgegeben. Die Standortkritik ist eine politische Bewertung und kein Nachweis dafür, dass die bestehende Versorgung in den genannten Gemeinden entfällt.

Beitragsbild: © Land OÖ/Peter Mayr (Symbolbild).

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