Zweiter Schwurgerichtssaal für das Straflandesgericht Graz
Im Mittelpunkt der Erweiterung stehen zusätzliche Räume für den Gerichtsalltag. Geplant sind ein weiterer Schwurgerichtssaal, zwei Verhandlungssäle sowie Beratungsräume und Wartezonen. Damit soll der bestehende Justizstandort mehr Platz für Verhandlungen und die damit verbundenen Abläufe bekommen. In den beiden Obergeschoßen entstehen außerdem Büros für die Staatsanwaltschaft mit jeweils einem oder zwei Arbeitsplätzen.
Michael Schwanda, Präsident des Oberlandesgerichts Graz, bezeichnet den zweiten Schwurgerichtssaal als schon lange benötigte Ergänzung. Aus seiner Sicht ist die Erweiterung eine Voraussetzung dafür, dass die Justiz gut und effizient arbeiten kann. Am symbolischen Spatenstich nahmen auch Justizministerin Anna Sporrer und BIG-Geschäftsführerin Christine Dornaus teil.
Bestehender Haupteingang bleibt Zugang zum Neubau
Der Erweiterungsbau wird über den bisherigen Haupteingang des historischen Gerichtsgebäudes erschlossen. Die Planung berücksichtigt sowohl die Sicherheitsanforderungen eines Gerichts als auch die unterschiedlichen Wege von Besucher:innen und Mitarbeiter:innen der Justiz. Eine klare Trennung dieser Gruppen gehört zu den vorgesehenen funktionalen Abläufen.
Ab dem Erdgeschoßniveau ist eine barrierefreie Gestaltung vorgesehen. Sporrer verbindet mit dem Projekt moderne Sicherheitsstandards und einen bürger:innennahen Gerichtsbetrieb. Dornaus verweist darauf, dass neue Arbeitsflächen geschaffen werden müssen, ohne den sensiblen Umgang mit dem denkmalgeschützten Bestand aus dem Blick zu verlieren.
Architekturwettbewerb und begrüntes Dach
Die Planung stammt vom Wiener Büro mohr niklas architekten ZT GmbH. Dessen Entwurf ging aus einem EU-weiten offenen Architekturwettbewerb hervor. Der Zubau ergänzt das bestehende Ensemble um Büro-, Verhandlungs- und Beratungsflächen, statt Gericht und Staatsanwaltschaft an einen anderen Standort zu verlegen.
Auf dem Dach ist eine Photovoltaikanlage mit 32 Kilowattpeak Leistung vorgesehen. Sie soll die Stromversorgung des Gebäudes unterstützen. Zusätzlich wird das Dach extensiv begrünt; auch ein möglichst hoher Grünflächenanteil ist Teil der Planung. Mit den neuen Räumen verfolgt die BIG das Ziel, den Grazer Justizstandort langfristig nutzbar weiterzuentwickeln. Für die Fertigstellung nennt sie das Frühjahr 2028.
Beitragsbild: © Robert Frankl.