Kornhäusl widerspricht dem Verkaufskurs
Das Land Steiermark prüft im Zuge seiner Budget- und Immobilienpläne den Verkauf mehrerer Liegenschaften. Dazu zählt auch das Palais Attems in der Grazer Sackstraße. Kulturlandesrat Karlheinz Kornhäusl bezeichnete einen Verkauf nun in einem Interview als Fehler. Statt das historische Gebäude abzugeben, soll nach seiner Vorstellung eine stärkere kulturelle Nutzung geprüft werden.
Damit ist innerhalb der Landesregierung ein offener Gegensatz sichtbar. Während der Verkauf als möglicher Beitrag zu den Einnahmen des Landes genannt wurde, stellt sich der für Kultur zuständige Landesrat gegen diesen Schritt. Eine öffentlich bestätigte endgültige Entscheidung über die Zukunft des Palais liegt bislang nicht vor. Offen sind damit auch ein möglicher Kaufpreis, Bedingungen für einen künftigen Zugang sowie die Folgen für die im Haus tätigen Kulturorganisationen.
Grüne und SPÖ fordern Transparenz
Grünen-Klubobfrau Sandra Krautwaschl begrüßte Kornhäusls Position, verlangte aber eine klare Entscheidung der gesamten Landesregierung. Sie fordert außerdem Auskunft darüber, ob bereits Gespräche mit möglichen Käufer:innen geführt wurden. Zusagen über eine spätere Öffnung durch private Eigentümer:innen würden aus ihrer Sicht keinen dauerhaft öffentlich abgesicherten Zugang ersetzen.
Auch die SPÖ sieht Klärungsbedarf. Klubobmann Hannes Schwarz kündigte eine schriftliche Anfrage an den Kulturlandesrat an. Neben dem Palais Attems soll sie auch den Stand des angekündigten Kunst- und Kulturförderungsgesetzes betreffen. Die Aussagen der beiden Oppositionsparteien sind politische Bewertungen und noch keine Entscheidung über das Gebäude.
Ein bedeutender Kulturort in der Grazer Altstadt
Das barocke Palais in der Sackstraße 17 gehört seit den 1960er-Jahren dem Land Steiermark. Heute nutzen unter anderem die Styriarte, der steirische herbst und die Literaturzeitschrift „manuskripte“ Räume in dem Haus. Auch Veranstaltungen finden dort statt.
Gerade diese kulturelle Nutzung macht die Verkaufsfrage für Graz besonders relevant. Entscheidend wird nun sein, ob die Landesregierung den Immobilienplan ändert, eine verbindliche öffentliche Nutzung absichert oder am Verkauf festhält. Bis zu einer formellen Entscheidung bleibt das Palais Attems Eigentum des Landes.
Beitragsbild (Archivfoto): © Die Grünen Steiermark