Budgetentwurf 2027: Rund 594 Millionen Euro fehlen
Rund 8,86 Milliarden Euro an Einnahmen stehen im Finanzierungsbudget Ausgaben von rund 9,454 Milliarden Euro gegenüber. Der negative Finanzierungssaldo beträgt rund 594,4 Millionen Euro. Gegenüber dem Voranschlag 2026 verbessert er sich damit um rund 240 Millionen Euro.
Die Schulden steigen dennoch weiter: Für Ende 2027 sind einschließlich außerbudgetärer Einheiten rund 8,857 Milliarden Euro veranschlagt, nach rund 8,267 Milliarden Euro für Ende 2026. Auch die Zinskosten wachsen. Dafür sind 2027 rund 190 Millionen Euro vorgesehen, etwa 42,9 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.
Finanzlandesrat Willibald Ehrenhöfer bezeichnet den Entwurf als weiteren Schritt zur Konsolidierung. Die Regierung verweist zudem auf vermiedene Kostensteigerungen von 280 Millionen Euro. Im Landesdienst sollen 2027 weitere 150 Stellen nicht nachbesetzt werden; für Landespolitiker:innen ist erneut eine Nulllohnrunde vorgesehen.
Weniger Geld für Krankenanstalten und Musikschulen
Bei den Fonds-Krankenanstalten sinkt der Ansatz um 30,2 Millionen Euro auf rund 1,147 Milliarden Euro. Die Regierung begründet dies mit Maßnahmen zur Kostenreduktion bei aufrechtem Versorgungsauftrag. Die Gewerkschaft vida warnt hingegen vor zusätzlichen Belastungen für Beschäftigte und Patient:innen. Ihr Gesundheitssprecher Hans-Jürgen Taschner fordert, die Kürzungen zu stoppen.
Im kommunalen Musikschulwesen entfallen Ausgleichszahlungen an Gemeinden von 3,3 Millionen Euro. Die Musikschülerförderung wird um weitere 700.000 Euro reduziert. SPÖ-Klubobmann Hannes Schwarz und der Trofaiacher Bürgermeister Mario Abl kritisieren die Belastung für Gemeinden und Familien und verlangen eine Rücknahme. Auch Grüne, KPÖ und NEOS beanstanden den Konsolidierungskurs.
Mehr Mittel für Verkehr und Pflege
Das Verkehrsbudget steigt um rund 10,2 Millionen Euro auf 319,4 Millionen Euro. Weiterverfolgt werden sollen unter anderem die B 70 neu, die B 68 neu und der niveaufreie Anschluss Gröbming Ost an die B 320. Für den Radverkehr ist dagegen eine Million Euro weniger vorgesehen.
Die Pflegeausgaben erhöhen sich um rund 72,7 Millionen Euro auf 1,015 Milliarden Euro, vor allem wegen höherer Kosten und wachsender Nachfrage. Im Kinderbetreuungsbereich kündigt Bildungslandesrat Stefan Hermann für 2027 insgesamt 40 neue Krippengruppen und 20 zusätzliche Kindergartengruppen an.
Die Ausschussberatungen sind für 1. Dezember 2026 angesetzt. Der Landtagsbeschluss soll planmäßig am 16. Dezember 2026 erfolgen. Bis dahin handelt es sich um einen Entwurf.
Beitragsbild: © Land Steiermark/Robert Binder.