Einstimmiger Beschluss zur Flugabgabe in Mellau
Bei der Herbstkonferenz am 5. und 6. November 2026 in Vorarlberg verständigten sich die neun Landeshauptleute auf eine gemeinsame Position zu Österreichs Flughäfen. Sie wollen die Standorte weiterentwickeln und sehen in der Flugabgabe einen Wettbewerbsnachteil. Der Beschluss richtet sich an die Bundesregierung. Er ist einer von 17 Beschlüssen des Treffens unter Vorarlberger Vorsitz und ändert das Bundesgesetz nicht.
Der steirische Landeshauptmann Mario Kunasek argumentiert, dass Regionalflughäfen für Betriebe, Tourismus und Arbeitsplätze wichtig seien. Er warnt davor, dass Fluglinien und Reisende auf Flughäfen in Nachbarländern ausweichen könnten. Das ist seine Einschätzung zur Wirkung der Abgabe, kein Ergebnis einer bei der Konferenz vorgelegten Untersuchung.
Was bei Abflügen vom Flughafen Graz gilt
Die Flugabgabe knüpft an den Abflug von einem österreichischen Flughafen an. Bei abgabepflichtigen Flügen beträgt sie grundsätzlich 12 Euro je Fluggast. Liegen Start- und Zielflughafen weniger als 350 Kilometer Luftlinie auseinander, beträgt sie 30 Euro. Die gesetzliche Zahlungspflicht liegt beim Luftfahrzeugbetreiber. Aus dem Länderbeschluss lässt sich daher weder eine Änderung der Abgabe noch ein niedrigerer Ticketpreis ableiten.
In der Debatte verweist Kunasek auch auf die eingestellte Flugverbindung Graz–Wien. Für die Erreichbarkeit des Flughafens fordert er zusätzlich eine Haltestelle der Koralmbahn direkt am Flughafen Graz. Diese Forderung betrifft die Bahnanbindung und ist keine Bauentscheidung. Auch die Streichung der Flugabgabe würde für sich genommen keine Flugverbindung wiederherstellen.
Bund berät über eine Senkung
Wie weit die Vorstellungen von Bund und Ländern auseinanderliegen, zeigte sich am 5. November 2026 im Verkehrsausschuss des Nationalrats. Verkehrsminister Peter Hanke kündigte Gespräche über eine mögliche Senkung an. Eine vollständige Abschaffung hielt er angesichts der Budgetsituation für kaum umsetzbar. Die Anträge der FPÖ auf Abschaffung und der Grünen auf Änderungen an der Flugabgabe wurden im Ausschuss vertagt.
Damit liegen unterschiedliche Vorschläge auf dem Tisch. Die Länder drängen auf eine rasche Streichung ohne Nachfolgeregelung, auf Bundesebene wird über eine Senkung gesprochen. Ein Termin, ab dem sich die geltenden Sätze ändern, steht nicht fest.
Beitragsbild: © Land Vorarlberg/Serra.