Wie der simulierte Cyberangriff ablief
Bei der zweiten Cyber Defense Night im Veranstaltungszentrum Ambio in Ludersdorf bei Gleisdorf ging es nicht um einen tatsächlich geschädigten Betrieb. IT-Fachleute der Wirtschaftskammer demonstrierten in einer kontrollierten Umgebung, wie sich aus Informationen auf einer Firmenwebsite erste Hinweise gewinnen lassen. Im gezeigten Szenario führte die Suche nach Zugangsdaten bis zur Übernahme eines E-Mail-Kontos.
Die Technikjournalistin Shin Chang sprach darüber, wie sich bekannte Betrugsmaschen mit künstlicher Intelligenz verändern. Ein manipuliertes Videobild oder eine nachgeahmte Stimme kann den Eindruck erwecken, eine bekannte Person erteile einen Auftrag. Auch gefälschte Nachrichten im Namen von Lieferdiensten oder Familienangehörigen waren Thema. Im Anschluss an die Vorführung konnten die Teilnehmenden ihre Fragen mit Fachleuten besprechen.
Steiermark: Mehr Anzeigen bei Cybercrime im engeren Sinn
Die Polizeiliche Kriminalstatistik verzeichnete in der Steiermark 2025 in der Kategorie Cybercrime im engeren Sinn 2.189 Fälle, nach 1.718 im Jahr 2024. Das entspricht einem Plus von 27,4 Prozent. Bundesweit stieg die Zahl in derselben Kategorie um 8,6 Prozent auf 21.988. Die Statistik bildet polizeilich erfasste Anzeigen ab. Der Anstieg bezieht sich auf diese Deliktsgruppe und nicht auf alle Formen von Internetkriminalität.
Was steirische Betriebe vor einem IT-Notfall klären können
Jürgen Ebner von der IT-Sicherheitsgruppe der Wirtschaftskammer empfiehlt Betrieben, zuerst ihre wichtigsten Daten und Systeme zu bestimmen. Sichere Passwörter und regelmäßige Updates sind aus seiner Sicht Grundmaßnahmen. Für ein Firmenpostfach kann eine Mehrfaktor-Authentifizierung eine zusätzliche Hürde schaffen: Ein Passwort allein reicht dann für die Anmeldung nicht aus. Ebenso wichtig sind getestete Datensicherungen, damit ein Betrieb weiß, ob er im Ernstfall auf eine brauchbare Kopie zurückgreifen kann.
Ein Notfallplan sollte auch festhalten, wer bei einem Verdacht verständigt wird. Für Mitglieder der Wirtschaftskammern gibt es bei akuten Cybervorfällen eine telefonische Erstberatung. Die Cyber-Security-Hotline ist unter 0800 888 133 rund um die Uhr erreichbar.
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