Zehn Prozent Beteiligung am Grazer Medizintechnikunternehmen
Neben der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien beteiligen sich weitere lokale und internationale Kapitalgeber an der Finanzierung. Die Bank übernimmt die Rolle der Leitinvestorin. Einen Investitionsbetrag nannte sie bei der Bekanntgabe nicht. Das Kapital ist für die Markteinführung der bereits entwickelten ersten Geräteversion vorgesehen.
Christian Neubauer und Antonia Riva-Frizberg gründeten Lumetry Diagnostics im Jahr 2022 in Graz. Nach Unternehmensangaben beschäftigt der Betrieb 14 Mitarbeiter:innen. Das Team entwickelt Messtechnik für Menschen mit Lungenerkrankungen, die sowohl in Ordinationen und Kliniken als auch zu Hause eingesetzt werden soll. Bei der aktuellen Finanzierungsrunde steht das Gerät für Menschen mit COPD im Mittelpunkt, einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung.
Atemanalyse: Ein Gerät verbindet zwei Messverfahren
Das Gerät kombiniert Spirometrie und Kapnographie. Die Spirometrie erfasst, wie viel Luft ein Mensch ein- und ausatmet und wie rasch die Luft beim Atemmanöver strömt. Die Kapnographie misst dagegen Kohlendioxid in der ausgeatmeten Luft. Beide Verfahren liefern unterschiedliche Informationen. Lumetry führt sie in einem Gerät zusammen und bereitet die Messwerte digital auf.
Die Bank bezeichnet die erste Produktversion als CE-gekennzeichnet. Die Verfügbarkeit für ausgewählte Partner ist noch nicht mit einem allgemeinen Verkaufsstart gleichzusetzen. Einen konkreten Termin für die breite Verfügbarkeit oder einen Verkaufspreis nennt die Mitteilung nicht.
KI-Funktionen für ein Folgemodell noch in klinischer Prüfung
Für das nächste Modell arbeitet Lumetry an zwei zusätzlichen Anwendungen: Es soll Hinweise auf COPD früher erkennen helfen und ermöglichen, den Kohlendioxidgehalt im Blut anhand der Atemluft abzuschätzen. Das geht über die Messung des Kohlendioxids in der ausgeatmeten Luft hinaus. Die dafür vorgesehenen KI-gestützten Algorithmen befinden sich nach Angaben des Unternehmens in klinischer Prüfung.
Als mögliche Einsatzorte für eine spätere Früherkennung nennt die Geschäftsführung Hausarztpraxen, Apotheken und Ambulanzen. Ein Marktstart dieser zusätzlichen Funktionen ist für 2027 vorgesehen, sofern die regulatorischen Voraussetzungen erfüllt sind. Die CE-Kennzeichnung der ersten Geräteversion sagt nichts darüber aus, ob diese Erweiterungen bereits für den vorgesehenen Zweck eingesetzt werden können.
Beitragsbild: © Raiffeisen NÖ-Wien.