Weine aus der Südsteiermark

von Joachim Bacher

Der Weinbau in Österreich ist ein wichtiger Bestandteil der Kultur und Wirtschaft. Eine Fläche von über 45.000 Hektar wird damit bewirtschaftet. 65 Prozent davon sind mit weißen und 35 Prozent mit roten Rebsorten bestückt. 2066 Hektar davon befinden sich in der Südsteiermark. Dieserorts dominiert eindeutig der Weißwein.

Das Gebiet erstreckt sich am steirisch-slowenischen Grenzland. Bedingt durch das südeuropäische Klima erfreut sich der Wein dieser Region über große Beliebtheit.

Die unterschiedlichen Rebsorten

Sie erhalten im Folgenden einen Überblick, welche Weine aus der Südsteiermark kommen bzw. welche Rebsorten angebaut werden sowie den prozentuellen Anteil an der Fläche des Weinbaus.

  • Sauvignon Blanc (19 %)
  • Welschriesling (17 %)
  • Weißburgunder (15 %)
  • Chardonnay bzw. Morillon (15 %)
  • Müller Thurgau (9 %)
  • Zweigelt (9 %)

Nun wollen wir Ihnen die einzelnen Rebsorten ein wenig näher vorstellen.

Vor allem der Charakter der jeweiligen Rebsorte soll hervorgehoben werden, so dass Sie sich ein besseres Bild davon machen können, worin sich die verschiedenen Sorten überhaupt unterscheiden.

Sauvignon Blanc

Hierbei handelt es sich um eine der bekanntesten Rebsorten der Welt. Ursprünglich aus Frankreich gekommen, ist diese Rebsorte in der Südsteiermark am weitesten verbreitet. Vor allem der Geschmack trägt dazu bei, dass viele Konsumenten diesen Wein zu schätzen wissen. Schon das Bukett vermittelt einen jugendlichen und vor allem frischen Charakter. Dieser Wein wird vorwiegend in Sommer konsumiert. Was den Geschmack betrifft, so ist die Lagerzeit zu betrachten. Ein junger Sauvignon Blanc besticht durch ein sehr fruchtiges Aroma.

Konsumenten fühlen sich an Stachelbeeren, Pfirsiche, Melonen oder Bananen erinnert.
Bei einer längeren Lagerung soll auch ein Aroma von Spargel hinzukommen. Dies ist der Hauptgrund, warum ein Sauvignon Blanc als der Spargel-Wein schlechthin gilt. Zu beachten ist der Säuregrad. In wärmeren Regionen ist dieser nicht allzu hoch, sodass die Lagerfähigkeit nicht sehr lang ist.

Weitere Infos zu dieser Rebsorte finden Sie auf Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Sauvignon_Blanc

Welschriesling

Die Herkunft dieser Rebsorte ist noch immer nicht ganz geklärt. Entweder stammt diese aus Norditalien oder der Champagne in Frankreich. Ebenfalls handelt es sich hierbei um einen Wein, der sich sehr frisch und auch fruchtig gestaltet. Wie auch der Sauvignon Blanc wird der Welschriesling gerne im Sommer konsumiert.

Viele Konsumenten bezeichnen den Wein als äußerst „süffig“.
Der Welschriesling aus der Südsteiermark ist besonders hervorzuheben, da die Rebsorte wenig Niederschlag und sandigen Boden bevorzugt, was beides auf die Region zutrifft. Der Geschmack wird außerdem als spritzig bezeichnet, welcher gerne mit einem Apfel verglichen wird.

Weißer Burgunder

Im Bukett kommt der Weiße Burgunder ein wenig blasser daher. Der Duft wird auch als zart und verhalten bezeichnet. Zumeist kann jedoch eine leicht nussige Note vernommen werden. Bemerkenswert ist vor allem, dass diese Rebsorte zu vielerlei Speisen geeignet ist.

Wenn Sie gerne grillen sollten, dann empfiehlt sich zu Pute, Huhn, Schwein, Fisch, Meeresfrüchten und Gemüse sowie Salat ein solcher Wein. Hin und wieder wird dieser Wein auch zu Wild oder Lamm kredenzt. Durch ein erfrischendes Aroma drückt der Konsum bei sommerlichen Temperaturen nicht derart wie andere Weine oder gar ein Bier.

Auch bedingt dadurch, dass der Weiße Burgunder nicht allzu viel Volumenprozent an Alkohol nachweisen kann, gilt er als „süffig“. Konsumenten beschreiben den Geschmack außerdem mit Noten aus Zitrusfrüchten, Nüssen oder Birnen.

Chardonnay

In der Südsteiermark wird der Chardonnay auch als Morillon bezeichnet. Wie alle Weine bisher handelt es sich um eine weiße Rebsorte. Diese Rebsorte besticht weniger durch Aroma, was bei einem Welschriesling der Fall ist, sondern durch seinen sehr eigensinnigen Geschmack. Die Meinungen der Konsumenten und Kenner gehen hierbei jedoch stark auseinander. Manche meinen gar einen rauchigen Geschmack erkennen zu können, der an Walnüsse erinnern soll. Dieser Geschmack lässt sich jedoch erst nach längerer Lagerung in Erfahrung bringen.

Wie der Riesling gilt auch der Chardonnay als ein äußerst hochwertiger Wein. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sich der Anbau unproblematisch gestaltet. Gerne wird deshalb auch der Begriff „Multitalent“ verwendet, da die Rebsorte auf unterschiedlichsten Böden gedeihen kann.

Müller Thurgau

Wiederum handelt es sich um einen äußerst „süffigen“ Wein. Im Gegensatz zu den bisherigen Rebsorten besticht der Müller Thurgau eher durch blumigen Geschmack und weniger durch fruchtige Noten. Allerdings gilt dieser Wein nicht als sonderlich hochwertig. Für Prädikatsweine wurde die Rebsorte kaum verwendet. Deshalb genießt sie auch den Ruf eines Billigweins, weshalb die Anerkennung bei Fachleuten fehlt. Was den Konsum anbelangt, so wird er dem Ruf gerecht. Sie sollten diesen Wein nicht einlagern, sondern möglichst schnell konsumieren.

Dies ist dadurch bedingt, dass sich der Geschmack im Zuge der Lagerung nicht bessert, meist sogar verschlechtert.
Jedoch ist die Rebsorte äußerst vielseitig einsetzbar und wird vor allem in Gebieten angebaut, die nicht für Qualitätswein geeignet sind. Der Wein empfiehlt sich nur dann zu Gerichten, wenn diese kein allzu starkes Aroma nachweisen.

Zweigelt

Prinzipiell ist der Zweigelt die weit verbreitetste Rebsorte der Alpenrepublik. In der Südsteiermark liegt der Fokus jedoch auf Weißwein. Interessant ist hierbei, dass es sich um eine sehr junge Rebsorte handelt.

So existiert diese erst seit 1922. Da es sich um einen Rotwein handelt, gestaltet sich der Geschmack wesentlich vollmundiger. Er gilt als substanzreich und äußerst fruchtig. Konsumenten beschreiben das Aroma als weich. Der Geschmack hingegen ist geprägt durch Vanille und Weichselkirschen.

Wenn Sie diesen Wein zu einer Speise konsumieren wollen, dann empfiehlt sich dunkles Fleisch, wie etwa Rind oder Wild. Überhaupt ist dieser Wein eher zu deftigen Speisen passend. Gerne wird er auch im Winter an warmen Orten konsumiert.

Regionale Eigenheiten

Der steirische Junker und Laska

Der steirische Junker ist eine geschützte Weinmarke, welche Jungweine aus der Steiermark bezeichnet. Junker war eine Bezeichnung für Söhne des Adels. Somit sollen Qualität und Jugendlichkeit des Produktes hervorgehoben werden. Traditionell werden diese Weine am Mittwoch vor Martini präsentiert.

Die Auslieferung in den Handel erfolgt erst anschließend. Typisch für die Steiermark besteht der Großteil der Junkerweine aus weißen Rebsorten. Jedoch müssen sie einige Kriterien erfüllen, um Junkerwein genannt werden zu dürfen. Es muss sich um einen Qualitätswein handeln, der einen Restzuckergehalt von höchsten vier Gramm pro Liter beinhalten dar. Der maximale Gehalt an Alkohol liegt bei 12 Volumenprozenten. Des Weiteren soll noch eine regionale Besonderheit vorgestellt werden. Die Rebsorte Laska. Es handelt sich hierbei um eine äußerst alte rote Weinrebe. Der prozentuale Anteil am Weinbau in der Südsteiermark ist marginal. Zumeist handelt es sich um eher alkoholschwache Tischweine. Für den Konsum ist zu empfehlen, dass der Wein jung getrunken wird. Die Lagerung führt zu keiner Verbesserung im Geschmack.

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