Startseite NachrichtenNeue Windenergiezonen in der Steiermark: Zwei umstrittene Standorte gestrichen

Neue Windenergiezonen in der Steiermark: Zwei umstrittene Standorte gestrichen

Die Steiermark schafft neue Flächen für Wind- und Sonnenenergie. Die Landesregierung hat am 1. Oktober 2026 eine Novelle des Sachprogramms Windenergie, zusätzliche Photovoltaikstandorte in Kapfenberg und eine Verordnung für schnellere Genehmigungsverfahren beschlossen. Zwei ursprünglich vorgesehene Windenergiestandorte werden nach Einwänden nicht weiterverfolgt.

von Joachim Bacher
Simone Schmiedtbauer, Manuela Khom und Stefan Hermann bei der Präsentation der steirischen Energiepläne am 1. Oktober 2026

16 neue Windenergiezonen in der Steiermark

Mit der Novelle werden 16 neue Vorrang- und Eignungszonen festgelegt. Sie umfassen rund 4.000 Hektar, das entspricht 0,24 Prozent der Landesfläche. Das zusätzliche Ausbaupotenzial liegt nach Angaben des Landes bei rund 450 bis 700 Megawatt.

Insgesamt stehen damit 25 Vorrangzonen und drei Eignungszonen mit zusammen rund 8.560 Hektar für die Windenergienutzung zur Verfügung. Zugleich wächst die Fläche, auf der Windenergieanlagen ausgeschlossen sind, um rund 40.000 Hektar. Die Ausschlusszonen umfassen nun 444.220 Hektar beziehungsweise rund 27 Prozent der Steiermark.

Damit legt das Sachprogramm fest, welche Flächen grundsätzlich für Windenergie vorgesehen sind und welche sensiblen Räume geschützt werden. Die ausgewiesene Leistung beschreibt das mögliche Ausbaupotenzial.

Perchauer Eck und Steineck-Kammern entfallen

Im öffentlichen Auflageverfahren gingen 716 Stellungnahmen ein. Diese wurden fachlich und rechtlich geprüft. Die Eignungszonen „Steineck-Kammern“ und „Perchauer Eck“ werden nicht weitergeführt. Ausschlaggebend waren unter anderem Stellungnahmen betroffener Gemeinden sowie zusätzliche Einwände aus dem Naturschutz und dem Vogelschutz.

Auch vier Vorrangzonen wurden angepasst. Berücksichtigt wurden dabei militärische Tiefflugstrecken, größere Abstände zu Wohngebäuden und der Schutz eines wertvollen Biotops. Maßnahmen zum Erhalt und zur Verbesserung von Lebensräumen, insbesondere für Birk- und Auerwild, bleiben bestehen und wurden teilweise präzisiert.

Neue Photovoltaikflächen in Kapfenberg

In Kapfenberg werden zusätzlich rund 66 Hektar für großflächige Photovoltaikanlagen ausgewiesen. Davon entfallen rund 42 Hektar auf die Erweiterung des Standorts „Deponie Emberg“ und rund 24 Hektar auf „Emberg Süd“.

Die Flächen liegen nahe dem Werksgelände von Voestalpine-Böhler Kapfenberg. Sie sind bereits technisch oder baulich vorbelastet und beanspruchen laut Land keine hochwertigen landwirtschaftlichen Produktionsflächen. Der dort erzeugte Strom kann direkt für industrielle Prozesse genutzt werden.

Schnellere Genehmigungen auf geprüften Flächen

Die neue Beschleunigungsgebietsverordnung umfasst 29 Vorrangzonen aus dem Sachprogramm Solarenergie sowie Sonderstandortflächen in Kapfenberg und Leoben. Zusammen sind das 724 Hektar. Für diese Flächen liegen strategische Umweltprüfungen samt Umweltberichten vor.

Projekte für erneuerbare Energien können dort künftig in vereinfachten und beschleunigten Verfahren genehmigt werden. Mit der Verordnung setzt die Steiermark Vorgaben der EU-Richtlinie RED III um. Die Beschlüsse sollen den Ausbau erneuerbarer Energie erleichtern und zugleich sensible Natur-, Landschafts- und Landwirtschaftsräume schützen.

Beitragsbild: © Land Steiermark/Melanie Laimer.

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