Grundwasser-Tiefststände von Admont bis Unterkarla
Die steirischen Rekordwerte betreffen die Messstellen Kroisbach, Kaindorf, Neustift, Blumau, Kellerdorf, Unterkarla, Gröbming, Admont und Gussendorf. Neun von 34 ausgewerteten Standorten entsprechen damit rund einem Viertel der steirischen Messstellen in dieser Analyse.
Greenpeace unterscheidet dabei zwischen zwei Arten von Tiefstständen: An rund der Hälfte der untersuchten steirischen Standorte liegt der Pegel so niedrig wie Mitte Oktober noch nie. An den neun genannten Messstellen unterschreitet er darüber hinaus die Werte des gesamten jeweils verfügbaren Messzeitraums.
Auswertung von 227 Messreihen in Österreich
Die Organisation hat die auf dem Portal des zuständigen Bundesministeriums verfügbaren 227 Messreihen zu österreichischen Grundwasserständen ausgewertet. Österreichweit weisen 36 dieser Standorte einen absoluten Tiefststand auf. Das sind rund 16 Prozent der berücksichtigten Messstellen.
Die Steiermark hat mit neun Standorten die höchste Zahl solcher Rekorde in der Auswertung. Es folgen Oberösterreich mit acht und Niederösterreich mit sieben Messstellen. Die Zahlen beschreiben die untersuchten Standorte und deren Messgeschichte; sie sind keine flächendeckende Messung des gesamten unterirdischen Wasservorrats.
Greenpeace-Wasserexperte Sebastian Theissing-Matei warnt vor einem Winter mit deutlich geschrumpften Reserven. Sollten Schnee und Regen erneut großflächig ausbleiben, könnte sich die Situation nach seiner Einschätzung weiter verschärfen.
Greenpeace fordert raschere Erfassung der Wasserentnahmen
Die Organisation verlangt von Wasserminister Norbert Totschnig einen schnelleren Ausbau des angekündigten Wasserentnahme-Registers. In der Analyse nennt sie 2029 als Ziel für die vollständige Einführung. Der vorgesehene Vollausbau erst 2032 komme aus ihrer Sicht zu spät.
Außerdem fordert Greenpeace eine umfassende nationale Wasserstrategie und eine Abgabe von zehn Cent je Kubikmeter Grundwasser für industrielle Großverbraucher. Die Einnahmen sollen zweckgebunden in die Anpassung der Trinkwasserversorgung an Trockenperioden fließen. Dabei handelt es sich um Forderungen der Umweltschutzorganisation.
Auch die Renaturierung von Flüssen spielt in ihrem Maßnahmenvorschlag eine Rolle. Mehr Raum für Flüsse und zusätzliche Überflutungsflächen sollen Wasser in der Landschaft zurückhalten. Die Organisation verbindet die veröffentlichten Pegeldaten damit mit der Forderung, Entnahmen und den Schutz der Wasserreserven gemeinsam zu betrachten.
Beitragsbild: © Greenpeace/Mitja Kobal.