180 Beschäftigte sammelten mehr als 100.000 Kilometer
Die „EcoCharity-Challenge“ am LKH Rottenmann–Bad Aussee fand von Anfang Juli bis Ende Oktober 2025 statt. 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter traten in 35 Gruppen an. Sie legten Arbeitswege und Strecken in der Freizeit überwiegend mit dem Fahrrad, teilweise auch zu Fuß statt mit dem Auto zurück. Über eine App wurden mehr als 100.000 Kilometer erfasst.
Die KAGes beziffert die damit vermiedenen Emissionen auf insgesamt 19 Tonnen CO₂. Die errechnete Einsparung bezieht sich auf die im Projekt erfassten Wege. Partnerfirmen unterstützten die zurückgelegten Kilometer finanziell. Am Ende konnten 1.500 Euro an eine hilfsbedürftige Familie aus dem Bezirk übergeben werden, die von den Lions Anasia Liezen ausgewählt worden war.
Betriebsdirektorin Adelheid Stiendl betonte auch den gemeinschaftlichen Effekt der Aktion. Nach Angaben des Spitalsverbunds blieben viele Teilnehmende anschließend beim Radfahren, soweit die Witterung es zuließ. Neu ist nun die Auszeichnung des bereits 2025 durchgeführten Projekts.
Grazer Projekt setzt bei Medikamenten und Material an
Am LKH-Univ. Klinikum Graz läuft seit September 2025 das Projekt „Paracetamol – oral statt intravenös!“. Beteiligt sind die lokale Umwelt- und Klimaschutzkoordination, klinische Pharmazeutinnen und Pharmazeuten sowie ein Anästhesist. Ausgangspunkt ist der Ressourcenverbrauch unterschiedlicher Verabreichungsformen.
Nach den Angaben der KAGes werden am Klinikum jährlich rund 180.000 Paracetamol-Einheiten verabreicht, etwa ein Fünftel davon als Infusion. Für deren Herstellung, Verpackung und Transport werden unter anderem Glasflaschen und zusätzliches Infusionsmaterial benötigt. Das Projekt soll diesen Materialbedarf und die damit verbundenen Emissionen dort verringern, wo Tabletten eine geeignete Alternative sind.
Medizinische Eignung bleibt Voraussetzung
Ein Umstieg erfolgt ausdrücklich nur, wenn er medizinisch gerechtfertigt ist und Patientinnen und Patienten die Tabletten leicht einnehmen können. Die Initiative ist damit keine allgemeine Empfehlung, eine Behandlung eigenständig zu ändern. Das Projekt wird laufend evaluiert.
Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig übergab die Preise. Gesundheitsministerium und Gesundheit Österreich verliehen die Best Practice Awards heuer zum vierten Mal. Für Rottenmann–Bad Aussee ist es die erste solche Auszeichnung, für das Grazer Klinikum bereits die vierte. Frühere Grazer Preise betrafen Mitarbeitermobilität, regional-saisonale Speisenzubereitung und Klimatipps für Beschäftigte.
Beitragsbild: © Monika Fellner / Gesundheit Österreich.