Startseite NachrichtenSteirische Weinernte 2026: Frühe Lese, Normalernte trotz heißem Sommer erwartet

Steirische Weinernte 2026: Frühe Lese, Normalernte trotz heißem Sommer erwartet

Die steirische Weinwirtschaft rechnet nach einem heißen, trockenen Sommer mit einer Normalernte. Bei der Bilanz am 20. Oktober 2026 berichtete Wein Steiermark von einer außergewöhnlich frühen Lese und überwiegend gesunden Trauben. Eine endgültige Erntemenge liegt noch nicht vor; der Steirische Junker kommt am 23. Oktober in den Verkauf.

von Joachim Bacher
Vier Flaschen Steirischer Junker bei der Präsentation des Weinjahrgangs 2026

Weinlese begann schon Ende August

Nach Einschätzung von Wein Steiermark hat die Lese im Land noch nie so früh begonnen wie 2026. Erste Trauben für die Sektproduktion wurden bereits Ende August geerntet. Anfang September folgte die Hauptlese; Mitte des Monats war sie bei vielen Betrieben schon weit fortgeschritten oder abgeschlossen.

Hohe Temperaturen beschleunigten die Reife und ließen die Zuckergehalte in den Beeren rasch steigen. Für die Betriebe wurden damit der passende Erntezeitpunkt, die zügige Verarbeitung und das Kühlen der Trauben besonders wichtig. In der entscheidenden Reifephase wechselten sonnige Tage mit kühlen Nächten.

Regionale Niederschläge entschärften den Trockenstress

Die trockenen und heißen Phasen führten laut der Branchenorganisation in weiten Teilen der steirischen Weinbaugebiete nicht zu größeren Ausfällen. Regionale Niederschläge hätten die Situation rechtzeitig entspannt. Einzelne Betriebe, besonders auf kargen Böden, seien dennoch stark gefordert gewesen, erklärte Geschäftsführer Martin Palz.

Obmann Stefan Potzinger beschrieb die eingebrachten Trauben als gesund und aromaintensiv. Seine positive Beurteilung des Jahrgangs ist eine Einschätzung der Weinwirtschaft; endgültige Produktionszahlen und die weitere Entwicklung der Weine im Keller stehen davon getrennt.

Erste Mengenschätzung noch keine endgültige Bilanz

Für 2026 erwartet Wein Steiermark eine Normalernte. Die vorläufige Schätzung liegt nach Angaben der Organisation sogar über dem Fünfjahresschnitt. Zum Vergleich nennt sie für 2025 eine Ernte von 244.717 Hektolitern. Die steirische Rebfläche umfasst rund 5.000 Hektar.

Das angegebene Produktionspotenzial von 230.000 bis 250.000 Hektolitern beschreibt die Größenordnung der Region, nicht das bereits feststehende Ergebnis der heurigen Ernte. Eine konkrete endgültige Menge für den Jahrgang 2026 wurde bei der Bilanz nicht vorgelegt.

Junker als erster Wein des neuen Jahrgangs

Rund 100 Betriebe bringen heuer einen Steirischen Junker auf den Markt. Für diese Bezeichnung gelten gemeinsame Vorgaben: höchstens drei Gramm Restzucker pro Liter und zwölf Volumenprozent Alkohol, eine bestandene Qualitätsweinprüfung und die Beurteilung durch eine sechsköpfige Kostkommission.

Bei der bereits angekündigten Präsentation am 4. November 2026 in der Stadthalle Graz werden die Weine von 17:00 bis 21:00 Uhr vorgestellt. Neu ist laut Wein Steiermark ein anschließender Junker-Ausklang im Foyer bis Mitternacht.

Beitragsbild: © Wein Steiermark | fotokuchl.

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