Startseite NachrichtenNächtigungsabgabe in der Steiermark: Geplante 4,90 Euro sorgen für Streit

Nächtigungsabgabe in der Steiermark: Geplante 4,90 Euro sorgen für Streit

Die geplante Erhöhung der steirischen Nächtigungsabgabe auf 4,90 Euro stößt auf Widerstand in der Tourismusbranche. Die Hoteliervereinigung warnt vor Problemen mit bereits kalkulierten Angeboten für 2027. Die Grünen wollen Landeshauptmann Mario Kunasek am 20. Oktober im Landtag dazu befragen. Davon zu unterscheiden ist die bereits beschlossene Anpassung ab Dezember.

von Joachim Bacher
Der Grüne Tourismussprecher Lambert Schönleitner

Tourismusbranche kritisiert geplante Nächtigungsabgabe

Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht ein vorgesehener Sprung von derzeit 2,50 auf 4,90 Euro im regulären Abgabensatz. Die Kritik richtet sich sowohl gegen die Höhe als auch gegen den Ablauf der Ankündigung. Ein bereits geltender Abgabensatz von 4,90 Euro ist damit nicht verbunden.

Die Österreichische Hoteliervereinigung sieht die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe gefährdet. Ihr steirischer Landesvorsitzender Gernot Deutsch verweist auf den Preiskampf in Graz und die Lage kleiner Skigebiete. Übernähmen Betriebe die zusätzliche Abgabe selbst, fehle ihnen nach seiner Einschätzung Geld für Investitionen.

Grüne kündigen Befragung im Landtag an

Tourismussprecher Lambert Schönleitner will Kunasek in der Sitzung am Dienstag, 20. Oktober 2026, mit der Vorgangsweise konfrontieren. Die entsprechende Befragung eines Regierungsmitglieds wurde am 15. Oktober eingebracht.

Schönleitner kritisiert fehlende Abstimmung mit Tourismusverbänden und Betrieben. Nach seiner Darstellung hätten viele Unternehmen ihre Angebote für 2027 bereits verschickt und Buchungen angenommen. Er verlangt deshalb eine Erklärung, wie die Interessen der Betroffenen bei der Entscheidung berücksichtigt wurden.

In der parlamentarischen Unterlage führen die Grünen auch kritische Stimmen aus Schladming-Dachstein und dem Gesäuse an. Die Vorwürfe einer mangelhaften Einbindung und fehlender Planungssicherheit sind dabei Positionen der Branche und der Opposition, keine bereits beantworteten Feststellungen des Landtags.

Ab Dezember gilt zunächst die beschlossene Anpassung

Für die Einordnung entscheidend ist die Trennung von diesem politischen Vorhaben und der bereits kundgemachten Indexanpassung. Laut amtlicher Übersicht beträgt die reguläre Nächtigungsabgabe bis Ende November 2,50 Euro und ab 1. Dezember 2026 2,80 Euro.

Bei Campingnächtigungen steigt der ausgewiesene Satz zu diesem Termin von 2 auf 2,20 Euro. Für Schutzhäuser und Schutzhütten werden statt 1,50 Euro künftig 1,70 Euro angegeben. Diese veröffentlichten Tarife dürfen in der Diskussion nicht mit der zusätzlich angekündigten Erhöhung gleichgesetzt werden.

Die politische Auseinandersetzung betrifft damit auch die Frage, auf welcher Grundlage Betriebe künftige Buchungen kalkulieren können. Eine Antwort Kunaseks auf die angekündigte Befragung steht vor der Sitzung noch aus.

Beitragsbild: © Die Grünen Steiermark.

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